Medizininformatik in Deutschland

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Projektpartner im Konsortium MIRACUM

Die Mitarbeiter des Instituts für Medizinische Biometrie und Statistik sind darauf spezialisiert, medizinische Daten – vom Blutdruck bis zur Genanalyse – statistisch auszuwerten. Das Team um den Mediziner und Informatiker Dr. Martin Boeker entwickelt intelligente IT-Lösungen, die den Krankheitsverlauf eines Patienten individuell vorhersagen. Dadurch können Ärzte ihre Patienten frühzeitig passgenau und wirkungsvoller behandeln. Das Institut spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von MIRACOLIX. Mit diesem digitalen Werkzeugkasten baut MIRACUM medizinische Datenintegrationszentren auf – auch in Freiburg. Die Zentren sollen den Nutzen der Medizininformatik beispielhaft demonstrieren:

  • Mithilfe von Datenanalysen sollen Ärzte Lungenerkrankungen und Hirntumoren besser diagnostizieren und wirkungsvoller behandeln.
  • Endlose Datenkolonnen geben ihre Informationen nicht auf den ersten Blick preis. Damit Ärzte für jeden Krebspatienten schnell die bestmögliche Therapie finden, sollen IT-Lösungen die vielfältigen und komplexen Daten von Krebspatienten anschaulich zusammenfassen.
  • Der medizinische Fortschritt soll schneller bei den Patienten ankommen. Deshalb sollen klinische Studien effizienter werden. Sie müssen wissenschaftlich belegen, dass neue Wirkstoffe oder Verfahren verträglich und wirksam sind, bevor sie Teil des medizinischen Alltags werden. Computer sollen – unter strenger Beachtung des Datenschutzes –Patientendaten analysieren, um geeignete Studienteilnehmer schneller zu finden.

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Medizinische Fakultät
Universitätsklinikum Freiburg, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik

Klinische Studien

Der neueste Stand der Forschung soll den Patienten künftig schneller zu Gute kommen. Dafür unterstützt die Universität Freiburg das MIRACUM-Konsortium bei der Entwicklung von IT-Lösungen, die Patienten mit bestimmten Erkrankungen für klinische Studien finden. Solche Studien testen z.B. neue Medikamente, bevor sie zugelassen werden. Doch oft ist es schwierig, genug geeignete freiwillige Probanden zu finden oder – fachsprachlich – zu „rekrutieren“. Damit das besser gelingt, vernetzt MIRACUM die Patientendaten der Kliniken – unter strenger Beachtung des Datenschutzes. Sogenannte „Rekrutierungsplattformen“ sollen den Forschern helfen, künftig schneller genug geeignete Studienteilnehmer zu finden.

Lungenkrankheiten

Damit Ärzte z.B. Asthma-Patienten frühzeitig und maßgeschneidert behandeln können, bereiten die Freiburger das über viele Kliniken und Forschungseinrichtungen verstreuten Datenmaterial zu den häufigsten chronisch entzündlichen Lungenkrankheiten auf. Basierend auf diesem digitalen Erfahrungsschatz sollen Computerprogramme lernen, Krankheitsrisiken zu erkennen und Krankheitsverläufe präzise vorherzusagen. Je genauer das gelingt, desto gezielter und wirkungsvoller können die Ärzte therapieren.

Onkologie

Damit Ärzte für jeden Krebskranken schnell die bestmögliche Therapie finden, sollen Computerprogramme alle wichtigen Daten zusammenfassen und anschaulich darstellen – von genetischen und radiologischen Befunden bis hin zu den Blutwerten. Die Freiburger Forscher und Mediziner koordinieren im MIRACUM-Konsortium die Entwicklung von IT-Lösungen, die Tumoren individuell und präzise charakterisieren.

Videos

Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF