Medizininformatik in Deutschland

Eberhard Karls Universität Tübingen
Universitätsklinikum Tübingen

Projektpartner im Konsortium DIFUTURE

In der medizinischen Versorgung gehören moderne Analysen und bildgebende Verfahren zum Alltag. So entschlüsseln vollautomatische DNA-Sequenziermaschinen in kürzester Zeit ganze Genome – und geben damit den Blick frei auf die Ursachen von Erkrankungen und gezielte Therapiemöglichkeiten. Zunächst erzeugen diese modernen Analyseverfahren aber riesige Datenmengen, denen ihr Geheimnis noch entlockt werden muss. Dieser Aufgabe widmen sich Prof. Kohlbacher und seine Arbeitsgruppe am Zentrum für Bioinformatik (ZBIT) der Universität Tübingen.
Die Wissenschaftler entwickeln und erproben mathematische Modelle, mit denen sich die riesigen Datenberge schnell durchforsten lassen. Mit modernen IT-Lösungen suchen die Forscher gezielt nach genetischen Besonderheiten und Gemeinsamkeiten von Patienten, die ihnen verraten können, wie neurologische Erkrankungen entstehen und verlaufen.
Zudem entwickeln die Tübinger Forscher neue Konzepte und Software-Komponenten für die DIFUTURE-Datenintegrationszentren und deren Nutzung – insbesondere in Bezug auf die Analyse enormer Datenmengen. In Tübingen selbst bauen die Forscher ein Datenintegrationszentrum auf und unterstützen ihre Partner beim Einrichten und Testen von Softwarekomponenten.
Die Partner in Tübingen verfolgen vielfältige Aktivitäten, um die Medizininformatik zu stärken. Dazu zählt auch die Ausbildung des dringend benötigten wissenschaftlichen Nachwuchses.

Seit 2020 beteiligt sich der Standort Tübingen auch an den konsortienübergreifenden Anwendungsfällen zu Arzneimittelwechselwirkungen und Seltenen Erkrankungen:

  • Innovative IT-Lösungen sollen dazu beitragen, die Arzneimittelsicherheit und -therapien zu optimieren. Mediziner sollen riskante Wirkstoffkombinationen frühzeitiger erkennen und Patienten künftig besser vor unerwünschten Nebenwirkungen schützen.
  • Vereinheitlichte Fall-Dokumentationen und maßgeschneiderte IT-Lösungen sollen Ärzten und Forschern helfen, Seltene Erkrankungen genauer zu verstehen und die medizinische Versorgung der Menschen zu verbessern.

Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Universitätsklinikum Tübingen

Neurologie

Medizininformatiker wollen die Behandlung und die Lebensqualität von Menschen mit Multipler Sklerose und Morbus verbessern. Dafür analysieren die Wissenschaftler am Zentrum für Bioinformatik (ZBIT) der Universität Tübingen insbesondere die riesigen Datenberge aus modernen biomedizinischen Analyseverfahren, z.B. der Gensequenzierung. Mathematische Modellen sollen zukünftig für jeden Patienten mit Multipler Sklerose und Morbus Parkinson die erfolgversprechendste Medikation vorhersagen und damit eine optimale, personalisierte Therapie ermöglichen.

Videos

Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF


So funktioniert die Einwilligung zur Datennutzung für die medizinische Forschung

Voraussetzung für das Forschen mit Daten ist die informierte Einwilligung der Patientinnen und Patienten in die Nutzung ihrer Daten. Wie funktioniert das genau? Wie lange werden die Daten gespeichert und wer darf sie nutzen? Wie wird der Datenschutz sichergestellt und was passiert bei einem Widerruf? © BMBF