Medizininformatik in Deutschland

Philipps-Universität Marburg

Projektpartner im Konsortium MIRACUM

Im MIRACUM-Konsortium arbeitet die Medizinische Fakultät der Universität Marburg federführend daran, die Therapie von chronisch entzündlichen Lungenerkrankungen wie Asthma zu verbessern. Das Team um Prof. Dr. Harald Renz, Direktor des Marburger Instituts für Labormedizin, Pathochemie und Molekulare Diagnostik, ist darauf spezialisiert, Krankheitsmechanismen zu untersuchen. Diese unterscheiden sich z.B. bei Asthma-Patienten von Fall zu Fall. Ein lernendes Computersystem soll Ärzten künftig helfen, schnell und präzise zu erkennen, welche Therapie bei welchem Patienten am besten wirkt.

Marburg spielt auch beim Thema klinische Studien eine wichtige Rolle. Diese Studien testen z.B. neue Therapien, bevor sie den medizinischen Alltag verbessern. Das Koordinierungszentrum für Klinische Studien der Philipps-Universität Marburg plant solche Studien seit rund zwei Jahrzehnten und führt sie auch durch. Die Erfahrungen des Zentrums sollen MIRACUM jetzt helfen, klinische Studien durch IT-Lösungen effizienter zu machen. Dabei geht es insbesondere darum, geeignete Patienten/Probanden zeitnah zu finden. Das Ziel: Durch effizientere klinische Studien soll der medizinische Fortschritt schneller bei den Patienten ankommen.

Mit den Erfahrungen seines Interdisziplinären Tumorzentrums unterstützt Marburg MIRACUM bei der Entwicklung von IT-Lösungen, die Ärzten helfen, alle behandlungsrelevanten Tumordaten im Blick zu behalten. So können sie für jeden Krebskranken schnell die bestmögliche Therapie finden.

Marburger Medizininformatiker arbeiten zudem an der Entwicklung von MIRACOLIX. Dieses Set komplexer IT-Lösungen ist das Herzstück des MIRACUM-Konsortiums für den Aufbau und die Weiterentwicklung von Datenintegrationszentren – auch am Standort Marburg.

Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Medizin
Uniklinikum Gießen und Marburg

Klinische Studien

Bevor z.B. neue Medikamente den Menschen im medizinischen Alltag zu Gute kommen, stellen klinische Studien sicher, dass die Neuerungen zuverlässig und verträglich wirken. Doch oft ist es schwierig, genug geeignete Studienteilnehmer zu finden. Das Marburger Koordinierungszentrum für Klinische Studien plant und organisiert solche Studien seit rund zwei Jahrzehnten. Mit ihrer Erfahrung unterstützen die Marburger Forscher das MIRACUM-Konsortium dabei, die Suche nach geeigneten Patienten/Probanden mithilfe von IT-Lösungen – unter strenger Beachtung des Datenschutzes – zu verbessern. So sollen klinische Studien effizienter werden und neue Therapien schneller bei den Patienten ankommen.

Lungenkrankheiten

Die Medizinische Fakultät der Universität Marburg arbeitet im MIRACUM-Konsortium federführend daran, die Behandlung von Menschen mit chronisch entzündlichen Lungenkrankheiten wie Asthma zu verbessern. Die biologischen Mechanismen dieser Erkrankungen unterscheiden sich von Fall zu Fall. Modernste Informationstechnologien – vernetzte Datenwelten und lernende Computersysteme – sollen Medizinern künftig helfen, diese Unterschiede schnell und präzise zu erkennen. Mit diesem Wissen könnten Ärzte jeden ihrer Patienten individuell und zielgenauer behandeln.

Onkologie

Computer sollen Ärzten helfen, für jeden Krebspatienten schnell die bestmögliche Therapie einzusetzen. Mit dem Wissen und der Erfahrung des Marburger Interdisziplinären Tumorzentrums unterstützt Marburg das MIRACUM-Konsortium dabei, IT-Lösungen zu entwickeln, die große Mengen unterschiedlichster Patientendaten auswerten. Genetische Analysen, Blutwerte und Röntgenbilder setzen sich so zu einem Gesamtbild zusammen, das jede Tumorerkrankung präzise und individuell charakterisiert. Innovative Computerprogramme sollen diese komplexen Gesamtbilder auswerten und die Ergebnisse anschaulich darstellen. Sie sollen den Ärzten als virtuelle therapeutische Expertenberater dienen.

Videos

Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF