Medizininformatik in Deutschland

Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg

Konsortialführer im Konsortium HiGHmed

Im HiGHmed-Konsortium koordinieren das Universitätsklinikum Heidelberg und die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg unter Leitung von Professor Eils den Verbund aus acht Unikliniken und vielen weiteren Forschungspartnern. Auf lokaler Ebene unterstützt der Standortsprecher für Heidelberg, Professor Dieterich. Den Forschern ist wichtig, dass durch die Zusammenführung von verteilten Daten sowohl die Patienten besser behandelt werden können als auch die Forschung neue Impulse erhält. Am Universitätsklinikum Heidelberg wird hierfür ein „Medizinisches Datenintegrationszentrum“ aufgebaut (Leitung: Oliver Heinze). Ziel ist, die im Uniklinikum vorhandenen Patientendaten zusammenzuführen, auszuwerten und zu analysieren. Welche Standards, Vereinbarungen und technischen Voraussetzungen hierfür geschaffen werden müssen, ist wichtiger Teil des Managements durch das Universitätsklinikum Heidelberg. Zudem werden hier Angebote für die Aus- und Fortbildung von Ärzten und Mitarbeitern anderer Gesundheitsberufe entwickelt. Diese sollen die Mitarbeiter dazu befähigen, mit neuen Computerprogrammen, die Daten für klinische Entscheidungen besser zu nutzen und Forschungsfragen auf der Basis dieser Datenauswertungen zu formulieren.

Abteilung Medizinische Informationssysteme am Universitätsklinikum Heidelberg
Universitätsklinikum Heidelberg
Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg

Onkologie

Basierend auf den Erfahrungen am Nationalen Tumorzentrum (NCT) des Universitätsklinikums werden in Heidelberg Daten, die Tumore individuell und präzise charakterisieren, gespeichert. Mit Computerprogrammen können die behandlungsrelevanten Daten – von genetischen und radiologischen Befunden bis zu Blutwerten – zusammengefasst und dargestellt werden. Auch die Lebensqualität der Patienten wird einbezogen. Bei den seltenen Leber-Pankreas-Gallen-Tumoren beraten sich die Ärzte Standort-übergreifend.

Kardiologie

Typischerweise lassen sich Patienten nach akutem Herzversagen in zwei große Gruppen einteilen: solche mit einem stabilen weiteren Krankheitsverlauf und solche mit einem hohen Risiko für eine erneutes akutes Ereignis. Ob ein Patient zu dieser Risikogruppe gehört, lässt sich schwer vorhersagen. Die medizinischen Daten und das Wissen aus der Forschung sollen zusammengeführt und ausgewertet werden. Risikopatienten könnten so frühzeitig erkannt werden. Die Forscher nutzen hierfür die Expertise des Herzzentrums Heidelberg sowie des Forschungsinstituts zur Systemkardiologie im Klaus-Tschira-Institut für Computational Cardiology. Auch die Forschung am Standort Heidelberg innerhalb des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung wird integriert.

Infektionskontrolle

Jedes Jahr sterben allein in Europa rund 25. 000 Menschen an einer Infektion, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft. Um in Krankenhäusern diese gefährlichen Keime bereits frühzeitig zu erkennen, entwickelt das Konsortium HiGHmed ein Computer-basiertes Frühwarnsystem. So sollen die komplexen Zusammenhänge und Ursachen von Infektionen in und die Übertragung zwischen Krankenhäusern aufgedeckt werden. Langfristig könnten Krankenhausinfektionen bekämpft und verhindert werden.

Videos

Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF