Medizininformatik in Deutschland

Universitätsklinikum Halle (Saale)

Projektpartner im Konsortium SMITH

Das Universitätsklinikum Halle (Saale) hat in allen Bereichen der Patientenversorgung eine hohe Sachkenntnis. Seine Forschungsschwerpunkte sind – in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – die Molekulare Medizin der Signaltransduktion (dabei geht um die Weiterleitung oder Verstärkung von Signalen, die wichtige Prozesse in den Zellen steuern) und die Epidemiologie und Pflegeforschung, insbesondere in den Bereichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Onkologie und der Medizin des Alterns.
Das Universitätsklinikum baut ein Datenintegrationszentrum (DIZ) auf, das mit den anderen DIZ des SMITH-Konsortiums kompatibel ist. Die DIZ ermöglichen es, Kliniken und Forschungseinrichtungen miteinander zu vernetzen, damit sie die Anwendungsfälle der Medizininformatik gemeinsam bearbeiten und die medizinische Versorgung der Menschen verbessern können.
Ein SMITH-Anwendungsfall will die Behandlung gefährlicher Blutstrominfektionen im Klinikalltag optimieren. Werden bestimmte Erreger im Blut von Patienten nachgewiesen, dann müssen Ärzte Antibiotika passgenau und effizient einsetzen, um schwere Infektionen zu verhindern. SMITH entwickelt ein computergestütztes System, das sie dabei unterstützt. Es hilft dem medizinischen Personal, die für die Therapieentscheidung relevanten Informationen zusammenzustellen. Ärzte können dadurch schnell und leitliniengerecht die für den Patienten bestmögliche Therapie wählen. Am Beispiel von Staphylokokken – diese Bakterien zählen zu den klinisch bedeutendsten Erregern – soll die von SMITH entwickelte App auch jene Fälle identifizieren, bei denen der Erregernachweis mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf eine Infektion des Blutstroms, sondern auf eine verunreinigte Probe zurückzuführen ist. Bestätigt sich ein solcher Verdacht, dann können Antibiotika ggf. abgesetzt werden. Der so reduzierte Verbrauch der Wirkstoffe trägt dazu bei, Resistenzen zu verhindern. Das Universitätsklinikum Halle (Saale) beteiligt sich an der Entwicklung dieser Innovation. Ihren Nutzen für die Patienten wird SMITH in einer klinischen Studie auf Normal- und Intensivstationen prüfen.

Universitätsklinikum Halle (Saale)

Infektionskontrolle

Schwere Infektionen – bis hin zur lebensbedrohlichen Sepsis – verhindern und gleichzeitig den unnötigen Einsatz von Antibiotika reduzieren, um Resistenzen zu vermeiden: Mit einem computergestützten System will SMITH den Ärzten dabei helfen. Das Universitätsklinikum Halle (Saale) beteiligt sich an der Entwicklung dieser innovativen App.
Werden im Blut von Patienten bestimmte Erreger nachgewiesen, dann müssen Ärzte Antibiotika passgenau und effizient einsetzen, um schwere Infektionen zu verhindern. Die von SMITH entwickelte App soll das medizinische Personal dabei unterstützen, die für die Wahl der Therapie relevanten Informationen zusammenzustellen. Sie soll den Ärzten helfen, die für den Patienten bestmögliche Behandlung schnell und sicher einzuleiten.

Videos

Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF