Medizininformatik in Deutschland

Universitätsklinikum Leipzig

Projektpartner im Konsortium SMITH

Patienten profitieren davon, wenn Daten und Erkenntnisse aus der Forschung schneller im Praxisalltag ankommen – und wenn umgekehrt die Forschung Daten aus der Patientenversorgung schneller für wissenschaftliche Arbeiten nutzen kann. Um das unter Beweis zu stellen, beteiligt sich das Universitätsklinikum Leipzig (UKL) an den beiden klinischen Anwendungsfällen des SMITH-Konsortiums:

  • Auf Intensivstationen sollen Komplikationen früher erkannt und lebensrettende Maßnahmen schneller eingeleitet werden. SMITH entwickelt dafür intelligente Computermodelle. Sie unterstützen das medizinische Personal dabei, Komplikationen wie das akute Lungenversagen früher zu erkennen. Lebensrettende Maßnahmen können so schneller eingeleitet werden.
  • Wenn im Blut von Patienten bestimmte Erreger nachgewiesen werden, müssen Ärzte Antibiotika schnell und passgenau einsetzen, um schwere Infektionen zu verhindern. Ein computergestütztes System soll ihnen dabei helfen. Es stellt die therapierelevanten Informationen übersichtlich zusammen und erleichtert es den Ärzten, schnell die für die Patienten besten Entscheidungen zu treffen.

Dafür wird das Team um Stefan Smers, dem Leiter des Bereichs Informationsmanagement am UKL, zusammen mit Partnern aus der Industrie ein Datenintegrationszentrum (DIZ) aufbauen. Das DIZ wird den Ärzten neben aktuellen Forschungsdaten auch die informatischen Werkzeuge für deren Analyse bereitstellen und die SMITH-Partner miteinander vernetzen. In das DIZ werden die Ergebnisse der an der Universität Leipzig entwickelten „Phänotypisierungs-Pipeline“ einfließen, um die klinischen Anwendungsfälle von SMITH zu unterstützen. Bei der Weitergabe und der Analyse von Patientendaten spielen Datenschutz und -sicherheit eine besonders wichtige Rolle.

Universitätsklinikum Leipzig

Infektionskontrolle

Werden bestimmte Erreger im Blut von Patienten entdeckt, müssen Ärzte schnell und passgenau Antibiotika einsetzen, um schwere Infektionen zu verhindern. Das UKL und sein Datenintegrationszentrum beteiligen sich an der Entwicklung eines computergestütztes Systems, das in solchen Fällen die relevanten Informationen zusammenstellt. Es soll den Ärzten helfen, ihre Patienten schnell und zielsicher zu behandeln. Für die Bekämpfung von Staphylokokken – diese Bakterien zählen zu den klinisch bedeutendsten Erregern – wird SMITH eine App entwickeln. Sie soll auch jene Fälle identifizieren, bei denen der Erregernachweis nicht auf eine Blutstrominfektion, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine verunreinigte Blutprobe zurückzuführen ist. Wenn sich dieser Verdacht bestätigt, können Ärzte die Antibiotika absetzen – und zugleich verhindern, dass Erreger resistent werden. Den Patientennutzen der App werden die Mediziner in einer klinischen Studie auf Normal- und Intensivstationen prüfen.

Intensivmedizin

Die sorgfältige Überwachung von Patienten auf Intensivstationen kann Leben retten. Ein computerbasiertes Frühwarnsystem soll Ärzte und Pfleger künftig dabei unterstützen, drohende Komplikationen – z. B. das akute Lungenversagen – noch früher zu erkennen und lebensrettende Maßnahmen schneller einzuleiten. Gemeinsam mit weiteren SMITH Partnern aus Forschung und Industrie – darunter das Forschungszentrum Jülich und die Bayer AG – beteiligen sich das Universitätsklinikum Leipzig und sein Datenintegrationszentrum an der Entwicklung dieses Systems. Es basiert auf der neuartigen Kombination von Künstlicher Intelligenz und etablierten Computermodellen.

Videos

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Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

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