Medizininformatik in Deutschland

Neurologie

Viele neurologische Erkrankungen sind bis heute noch nicht heilbar. Multiple Sklerose und Morbus Parkinson gehören dazu. Um den Betroffenen besser helfen zu können, müssen Mediziner die Ursachen und das Fortschreiten dieser Erkrankungen noch genauer verstehen. Dafür analysieren Neurologen, Medizininformatiker und Statistiker des Konsortiums DIFUTURE zahlreiche Patientendaten und Krankheitsverläufe, die sich auf vielen Computersystemen an verschiedenen Orten befinden. Mit automatisierten und akribischen Bildanalysen werten sie Veränderungen im Körper aus, die ansonsten unentdeckt bleiben könnten. Die Ergebnisse kombinieren sie mit Daten aus der klinischen Praxis und dem Labor. Innovative Computerprogramme durchsuchen dann all diese Informationen nach Auffälligkeiten und Mustern in den Krankheitsverläufen. Und sie analysieren, wie diese Muster mit dem Erfolg verschiedener Therapien zusammenhängen.
Das so gewonnene Wissen soll Ärzten helfen, Multiple Sklerose und Morbus Parkinson künftig früher zu diagnostizieren und bestmöglich zu therapieren. Sie sollen Medikamente gezielt und frühestmöglich einsetzen können, sodass jeder Patient die für ihn bestmögliche Therapie erhält.

Standorte

Eberhard Karls Universität Tübingen
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München
Ludwig-Maximilians-Universität München
Universität Ulm

Videos

Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF