Medizininformatik in Deutschland

Intensivmedizin

Die Intensivmedizin versorgt Menschen, deren Leben akut gefährdet ist – sei es nach einem Unfall, einer schweren Operation oder während lebensbedrohlicher Erkrankungen. Patientinnen und Patienten werden auf Intensivstationen engmaschig überwacht, denn ihr Gesundheitszustand kann sich rasch verschlechtern. Dann müssen die Behandelnden zügig eingreifen – je schneller, desto besser. High-Tech-Apparate unterstützen sie dabei, wichtige Organ- und Vitalfunktionen – z.B. Herzschlag und Atmung – kontinuierlich zu überwachen. Dennoch kommt es vor, dass gefährliche Komplikationen erst spät erkannt werden, z.B. das akute Lungenversagen. Es tritt bei jeder zehnten intensivmedizinisch versorgten Person auf. Die Medizininformatik-Initiative hat eine App entwickelt, die dabei hilft, erste Anzeichen des akuten Lungenversagens zuverlässig und früher zu erkennen. Das medizinische Personal kann dadurch lebensrettende Maßnahmen schneller einleiten.

Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medizin, Informationstechnologie und Medizininformatik nutzen dafür die auf den Intensivstationen in großen Mengen kontinuierlich erfassten Patientendaten. Mit ihrer Hilfe und Methoden der Künstlichen Intelligenz prognostizieren sog. „virtuelle Patientenmodelle“ die Entwicklung des Gesundheitszustandes von Patientinnen und Patienten. Das selbstlernende Computersystem analysiert dafür fortlaufend intensivmedizinische Daten und erkennt darin versteckte Muster und Zusammenhänge. Als „Diagnostischer Berater“ kann es Ärztinnen und Ärzten am Krankenbett zur Seite stehen und ihnen helfen, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Diesen Anwendungsfall förderte das BMBF bis Ende 2023.

Medizininformatik-Initiative: ASIC - Algorithmische Überwachung in der Intensivversorgung
Film: Digitale Assistenz am Krankenbett

Standorte

Bayer AG
Forschungszentrum Jülich GmbH
RWTH Aachen
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Universitätsklinikum Bonn, Exzellenzuniversität Bonn
Universitätsklinikum Aachen
Universitätsklinikum Jena
Universitätsklinikum Leipzig

Videos

DIFUTURE: Multiple Sklerose - Patientendaten nutzen, Therapien optimieren


HiGHmed: Herzschwäche besser behandeln – Betroffene als Forschungspartner


MIRACUM: Gemeinsam gegen COPD und Asthma


SMITH: Digitale Assistenz am Krankenbett


Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – erklärt in 3 ½ min

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


So funktioniert die Ein­willigung zur Daten­nutzung für die medizinische Forschung

Voraussetzung für das Forschen mit Daten ist die informierte Einwilligung der Patientinnen und Patienten in die Nutzung ihrer Daten. Wie funktioniert das genau? Wie lange werden die Daten gespeichert und wer darf sie nutzen? Wie wird der Datenschutz sichergestellt und was passiert bei einem Widerruf? © BMBF

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