Medizininformatik in Deutschland

Intensivmedizin

Die Intensivmedizin versorgt Menschen, wenn das Leben akut gefährdet ist, sei es durch einen Unfall, nach schweren Operationen oder durch eine lebensbedrohliche Erkrankung. Die Intensivmedizin überwacht diese Menschen in einem akut kritischen Gesundheitszustand engmaschig, denn ihr Zustand kann sich rasch verschlechtern. Dann müssen Ärzte und Pfleger zügig eingreifen – je schneller, desto besser. High-Tech-Apparate unterstützen sie deshalb dabei, die Organ- und Vitalfunktionen ihrer Patienten – z.B. Herzschlag und Atmung – kontinuierlich zu überwachen. Dennoch kommt es vor, dass gefährliche Komplikationen erst spät erkannt werden, z.B. das akute Lungenversagen. Es tritt bei jedem zehnten Intensivpatienten auf. Das Konsortium SMITH will Ärzten und Pflegern dabei helfen, die ersten Anzeichen solcher Komplikationen zuverlässig und früher zu erkennen und lebensrettende Maßnahmen schneller einzuleiten.

Ärzte, IT-Spezialisten und Medizininformatiker nutzen dafür die auf den Intensivstationen in großen Mengen kontinuierlich erfassten Patientendaten. Mit ihrer Hilfe und Methoden der Künstlichen Intelligenz sollen sog. „virtuelle Patientenmodelle“ die Entwicklung des Gesundheitszustandes von Intensivpatienten vorhersagen. Das Ziel ist ein selbstlernendes Computersystem, das intensivmedizinische Daten fortlaufend analysiert und darin versteckte Muster und Zusammenhänge erkennt. Als „Diagnostischer Expertenberater“ soll dieses System den Ärzten am Krankenbett künftig zur Seite stehen und ihnen helfen, schnell die für den Patienten besten Entscheidungen zu treffen.

Standorte

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Universitätsklinikum Aachen
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Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF