Medizininformatik in Deutschland

Infektionskontrolle

Die Entdeckung der Antibiotika zählt zu den bedeutendsten Fortschritten der Medizin im 20. Jahrhundert. Ein unsachgemäßer Einsatz von Antibiotika trägt jedoch dazu bei, dass Keime resistent werden. Besonders Krankenhäuser stehen durch resistente Erreger, Erregerübertragungen und sog. Krankenhausinfektionen vor großen Herausforderungen: Ausbrüche sind ein erhebliches medizinisches Problem – sowohl für die Betroffenen als auch für die Bevölkerung im Allgemeinen.
Das Konsortium SMITH engagiert sich für einen zielgerichteten und leitliniengerechten Einsatz von Antibiotika in Krankenhäusern. Da es in Deutschland bislang zu wenige Spezialisten für Infektionskrankheiten gibt, soll ein intelligentes computergestütztes System helfen, die Kapazität der Experten besser zu nutzen. Das Konsortium entwickelt eine App, die am Beispiel der Staphylokokken-Bakteriämie, einer häufigen Infektion mit hoher Todesrate, zeigt, dass die Patienten hiervon profitieren.
Das Konsortium HiGHmed arbeitet an einem elektronischen Frühwarnsystem, das Ausbrüche resistenter Erreger frühzeitig erkennen soll. Das System berücksichtigt dabei auch die verschiedenen Aufenthaltsorte der Patienten im Krankenhaus. Durch die Analyse der Daten können Übertragungswege identifiziert und schneller vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, die weitere Übertragungen und neue Ausbrüche reduzieren.

Standorte

Charité Berlin
Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung GmbH
Medizinische Hochschule Hannover
NEC Laboratories Europe
Robert Koch-Institut Berlin
RWTH Aachen
Technische Universität Darmstadt
Universitätsmedizin Essen
Universitätsmedizin Göttingen
Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
Universitätsklinikum Aachen
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Universitätsklinikum Jena
Universitätsklinikum Leipzig
Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Videos

Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF