Medizininformatik in Deutschland

Onkologie

Erst das umfassende Gesamtbild einer Krebserkrankung ermöglicht es den Ärzten, die unterschiedlich wirkenden Medikamente und Bestrahlungen zu einer erfolgreichen Therapie zu kombinieren. Dabei müssen sie vielfältige Informationen berücksichtigen – von klinischen und radiologischen Befunden bis hin zu Blutwerten und genetischen Analysen. In interdisziplinären Teams, den „Tumorboards“, besprechen Ärzte verschiedener Fachrichtungen und Forscher Therapieoptionen und -entscheidungen gemeinsam. Forschungs- und Behandlungsergebnisse liefern ihnen heute so viele Daten wie nie zuvor. Diese wertvollen, aber für Menschen kaum überschaubaren Datenschätze wollen Medizininformatiker nutzbar machen: Intelligente IT-Lösungen ordnen das Datenmeer, suchen darin nach Mustern und verwandeln sie in Informationen, die die Heilungschancen krebskranker Menschen verbessern.

Für jede Patientin und jeden Patienten sollen innovative IT-Lösungen künftig alle behandlungsrelevanten Informationen bündeln und unüberschaubare Datenkolonnen in übersichtliche Grafiken verwandeln. Das erleichtert es den „Tumorboards“, alle Faktoren im Blick zu behalten und für jeden Menschen die bestmögliche Therapie zu finden.

Das Medizininformatik-Konsortium HiGHmed widmet sich zunächst schwer therapierbaren Tumoren der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Gallengänge. Das MIRACUM-Konsortium arbeitet daran, die Therapie von Hirntumoren zu verbessern.

Standorte

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen
Hasso-Plattner-Institut Potsdam
Justus-Liebig-Universität Gießen
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt
Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
Medizinische Hochschule Hannover
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Philipps-Universität Marburg
Siemens Healthcare GmbH
Universitätsmedizin Mainz
Universitätsmedizin Göttingen
Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg
Universitätsklinikum Köln

Videos

Die Medizininformatik-Initiative des BMBF – Daten gemeinsam nutzen

Mit rund 160 Millionen Euro fördert das BMBF von 2018 bis 2021 die digitale Vernetzung von Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen. Der Animationsfilm zeigt, wie die Medizininformatik dazu beitragen wird, Krankheiten besser zu verstehen und wirkungsvoller zu behandeln. © BMBF


Medizininformatik: Ein Schatz, den es zu heben gilt

Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zeigt schon heute, wie die Digitalisierung die medizinische Forschung stark verändert. Hier sucht man mithilfe von Datenanalysen nach Wirkstoffen gegen Alzheimer oder Parkinson. © BMBF